Carl Stahl Hebetechnik

Prüfung von Anschlagketten auf Rissfreiheit - Neue DIN

Als Betreiber von Arbeitsmitteln hat man die Qual der Wahl: Entweder selber prüfen oder einen externen Dienstleister beauftragen. Selber prüfen klingt im ersten Moment verlockend setzt aber voraus, dass die entsprechende befähigte Person mit den aktuellen Vorschriften und Vorgaben vertraut ist und diese fachgemäß anwenden kann. Ansonsten kann es im Schadensfall lange Gesichter geben. Auf Nummer sicher geht, wer einen externen Dienstleister mit der Prüfung seiner Arbeitsmittel beauftragt. Allerdings nur, wenn dieser über die entsprechende Qualifikation verfügt. Dies zeigt sich jetzt einmal mehr an einem konkreten, aktuellen Beispiel.

So muss die Prüfung von Anschlagketten auf Rissfreiheit ab sofort gemäß der neuen DIN 685-5:2020-08 durchgeführt werden. Diese neue DIN ersetzt die bisherige Norm DIN 685-5:1981-11.

Was bedeutet das für mich als Betreiber von Anschlagketten?

  • Anschlagketten und Kettengehänge sind entsprechend der Gefährdungsbeurteilung regelmäßig zu prüfen. Diese Prüfung sollte laut TRBS 1201 mindestens einmal jährlich durchgeführt werden.
  • Mit steigender Einsatzhäufigkeit, bei Auftreten von Verschleiß, Korrosion, Hitzeeinwirkungen und erhöhter Störanfälligkeit müssen die Prüfabstände verkürzt werden, eine Verlängerung der Abstände von mindestens einmal jährlich auf Grund einer Gefährdungsbeurteilung ist nicht vorgesehen.
  • Die Prüfung hat nach den Kriterien der DIN 685-5:2020-8 Punkt 8.3.1 – 8.3.6 zu erfolgen
  • Die Wiederkehrende Prüfung muss durch eine befähigte Person durchgeführt werden.
  • Eine Prüfung auf Rissfreiheit muss bei jeder dritten wiederkehrenden Prüfung, jedoch mindestens alle drei Jahre durchgeführt werden.
  • Die Prüfung muss durch ein zerstörungsfreies Prüfverfahren, (z.B. magnetische Rissprüfung nach DIN EN ISO 9934 oder Eindringverfahren nach DIN EN ISO 3452) erfolgen. Eine Probebelastung wie sie in der DIN 685-5:1981-11 Punkt 4.3.1 – 4.3.2 noch vorgesehen war, entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und darf deshalb nicht mehr angewandt werden. Die für Anschlagketten und Kettengehänge ausgewiesenen Werte für die Tragfähigkeiten dürfen (jetzt auch bei der wiederkehrenden Prüfung) nicht überschritten werden.
  • Der Prüfer muss mindestens eine Qualifikation der Stufe 1 nach DIN EN ISO 9712 nachweisen und in dieser durch eine neutrale Prüfstelle zertifiziert sein.
  • Diese Anforderung gilt jetzt auch für alle fest in Lastaufnahmemittel eingebaute Ketten. Eine Befreiung der Prüfung auf Rissfreiheit für solche Ketten entfällt in der DIN 685-5:2020-08.
  • Der Servicetechniker, welcher die zerstörungsfreie Prüfung durchführt, muss eine schriftliche Beauftragung durch den Betreiber bei eigenem Personal oder den Auftragnehmer (Dienstleiter) vorweisen.

Habe ich als Betreiber die Prüfungen bislang selbst durchgeführt stellt sich spätestens jetzt aufgrund dieser neuen Vorschriften die Frage, ob mein Personal über die notwendigen Kenntnisse und Befähigungen verfügt. Falls nicht, wäre ich bereit hier entsprechend zu investieren oder gehe ich auf Nummer sicher und beauftrage einen externen, qualifizierten Dienstleister. Falls ich die Prüfung bisher von einem externen Dienstleister habe ausführen lassen muss ich als Betreiber nun die entsprechenden Qualifikationen einfordern. Kann mein bisheriger Dienstleister diese Qualifikationen nicht erfüllen so sollte ich als Betreiber auf der Basis einer rechtssicheren Prüfung einen geeigneten Dienstleister wählen.

 

Warum soll/muss ich mich an die DIN halten?

Unterstützende Aussagen findet man in der Unfallverhütungsvorschrift DGUV 100-500, Kapitel 2.8 Punkt 3.15.2. Da es eine Vorschrift ist, hat diese einen rechtlich deutlich klareren Stellenwert und kann mit entsprechenden Sanktionen wie Auflagen und Beitragserhöhungen aktiv werden.

Wer kann mich als Betreiber bei der Prüfung entlasten?

Aufgrund der immer komplexeren Vorschriften und Vorgaben macht es Sinn sich als Betreiber zu fragen, ob aus Kapazitäts- und Kostengründen die Prüfung der Arbeitsmittel besser von externen Dienstleistern ausgeführt wird. Neben der eigentlichen Kenntnis über die Prüfkriterien spielen die Themen Rechtssicherheit und Dokumentation eine immer wichtigere Rolle. Die Servicetechniker des Carl Stahl Prüfservice verfügen über die entsprechenden Qualifikationen und arbeiten nach den aktuellsten Vorschriften. Weshalb es also Sinn macht, die Prüfung der Arbeitsmittel den Spezialisten von Carl Stahl zu überlassen, können Sie in unserem Blog „Arbeitsmittel prüfen – Kosten senken“ lesen. In jedem Fall ist es ratsam, noch heute mit Carl Stahl Kontakt aufzunehmen.

 

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