Carl Stahl Hebetechnik

Die Kranführerausbildung

Die Kranführerausbildung

Ein Muss für die Sicherheit im Betrieb

Überall dort wo innerhalb eines Produktionsprozesses schwere Lasten bewegt werden, sind sie heute nicht mehr weg zu denken: Kransysteme. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Varianten. Von einfachen, handbetriebenen Kranen bis hin zu komplexen computergesteuerten, vollautomatischen Kransystemen. Alle haben aber eines gemeinsam: Sie müssen sicher und störungsfrei ihren Dienst tun. Dies zu gewährleisten ist die Aufgabe eines sogenannten Kranführers. Speziell ausgebildete Personen, die befugt sind, die entsprechenden Kransysteme zu bedienen. Ohne eine entsprechende Ausbildung kann ein Kranführer folgende Punkte nicht richtig ausführen: Traglasten berechnen, Anschlag- und Lastaufnahmemittel richtig auswählen und einsetzen, Gefahren erkennen und professionell gegen zu steuern. Nur durch eine qualifizierte Ausbildung zum Kranführer sind die Mitarbeiter in den Unternehmen in der Lage, Unfallrisiken und Schadensfolgen zu vermeiden.


Der Unterschied zwischen hand-, teilkraft- und kraftbetriebenen Kranen

Bei einem handbetriebenen Kran werden alle Hub-, Senk- und Fahrfunktionen von Hand durch Muskelkraft getätigt. Ein Kran, der motorisch Heben und Senken kann, aber von Hand verfahren wird, ist teilkraftbetrieben. Ein Kran, der motorisch hebt und senkt und in eine weitere Achse motorisch verfährt, ist kraftbetrieben.


Was sagt der Gesetzgeber

Die DGUV gibt in ihrem Grundsatz 309-003 vor, dass eine Ausbildung zum Kranführer immer zu erfolgen hat, auch bei handbetriebenen Kranen. Bei handbetriebenen Kranen genügt eine Unterweisung gemäß DGUV Vorschrift 1. Sobald ein Kran teilkraftbetrieben ist, muss nach dem DGUV Grundsatz 309-003 ausgebildet werden. Hier sind teilkraftbetriebene Krane mit 1 Ausbildungstag und kraftbetriebene Krane mit 1-5 Ausbildungstagen definiert.

Grundsätze der Prävention – DGUV Vorschrift 1:

„Der Unternehmer hat die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz, insbesondere über die mit der Arbeit verbundenen Gefahren & Maßnahmen zu ihrer Verhütung entsprechend zu unterweisen (§12 Abs: 1//ArbSchG)“.

„Die Unterweisung muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens 1-mal jährlich erfolgen und sie muss dokumentiert werden“.

„Der Unternehmer hat den Versicherten die für ihren Arbeitsbereich oder Tätigkeit relevanten Inhalte der UVV, BG Vorschriften und Regeln sowie die einschlägigen staatlichen Vorschriften und Regeln in verständlicher Weise zu vermitteln“.



DGUV Vorschrift 52 §29

Zur Unterweisung gehört außer einer theoretischen Wissensvermittlung, die Gelegenheit zum Erwerb einer ausreichenden Fahrpraxis sowie die Fähigkeit Mängel zu erkennen, die die Arbeitssicherheit gefährden.

DGUV Grundsatz 309-003

Ein bestimmungsgemäßer Einsatz von Kranen setzt voraus, dass der Kranführer zuverlässig und sicher die Transportaufgaben durchführt. Während des Kranbetriebes wrden in der Regel unterschiedliche Lasten gehoben, bewegt und dabei auch über Personen und Sachwerte hinweggeführt. Da bei nicht bestimmungsgemäßer Anwendung Gefährdungen von Personen und hohe Sachschäden entstehen können, ist eine gründliche und umfassende Unterweisung von Personen, die mit dem selbständigen Führen von Kranen beauftragt werden sollen, erforderlich. Verantwortlich für Auswahl und Unterweisung der Kranführer ist der Unternehmer, der den Kranführer mit dem Führen des Kranes beauftragt.

Im Kapitel 3.1 „Allgemeines“ steht, dass die Unterweisung aus einem theoretischen und einem praktischen Teil bestehen muss. Der Inhalt und die Dauer der Unterweisung sind abhängig

  • Von der zu steuernden Kranart
  • Von den auszuführenden Kranarbeiten einschließlich Anschlagarbeiten
  • Vom betrieblichen Umfeld (z.B. Gießerei, Kraftwerk, Baustelle)
  • Von den Vorkenntnissen und der persönlichen Aufnahmefähigkeit des zu Unterweisenden
  • Von der Anzahl der Lehrgangsteilnehmer

Erfahrungsgemäß sind für die Dauer der Unterweisung folgende Richtwerte zu berücksichtigen:

  • Teilkraftbetriebene Krane 1 Tag
  • Flurgesteuerte Krane 1 bis 5 Tage


Auch für das Führen von handbetriebenen Kranen ist entsprechend § 4 der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) eine Unterweisung erforderlich. Dazu sind Inhalt und Umfang auf die hierbei auftretenden Gefahren abzustimmen.


Die Inhalte der Schulung

DGUV Grundsatz 309-003 Kapitel 3.2.1 „Allgemeines“:

Die erforderlichen theoretischen Kenntnisse für das sichere Arbeiten mit Kranen sind zu vermitteln. Hierzu gehören Grundkenntnisse über konstruktive, maschinentechnische, elektrotechnische, hydraulische und pneumatische Zusammenhänge sowie die Bestimmungen der einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften. Auf die Konstruktion ist soweit einzugehen, wie diese Kenntnisse für die richtige Steuerung des Kranes und für die Erkennung von Mängeln erforderlich sind. Die sicherheitstechnischen Belange aus den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften sind in die einzelnen Unterweisungsabschnitte zu integrieren. Die Verantwortung des Kranführers mit seinen Rechten und Pflichten ist hierbei besonders zu behandeln. Auf die Einhaltung der Betriebsanleitung ist insbesondere hinzuweisen.

Folgende Themen sind zu behandeln:

Krantechnik

• Definition und Begriffe von Kranen

• Kranbauarten (siehe z.B. DIN 15 001-1 „Krane; Begriffe, Einteilung nach der Bauart“)

• Physikalische Grundbegriffe, soweit für den sicheren Betrieb von Kranen erforderlich (z.B. Hebelgesetz, Standsicherheit, Masse, Kraft, Schwerpunkt, Arbeitsgeschwindigkeit, Beschleunigung, Massenträgheit/Pendel)

• Hauptbaugruppen

• Antriebe, Triebwerke

• Kraftübertragungselemente

• Maschinenelemente

• Hydraulik

• Pneumatik

• Elektrische Ausrüstung

• Tragmittel

• Kranbahnen

• Gleisanlagen

• Aufstiege, Laufstege

• Sicherheitseinrichtungen und Bremsen

• Standsicherheit kippgefährdeter Krane (z.B. Tragfähigkeit, Ballastierung, Abstützung)

• Ablegereife von Anschlag- und Lastaufnahmemitteln


Lastaufnahmeeinrichtungen und Anschlagen von Lasten

• Definition und Begriffe von Lastaufnahmeeinrichtungen

• Kennzeichnung der Lastaufnahmeeinrichtungen

• Abschätzen von Lasten

• Auswahl und Einsatz geeigneter Lastaufnahme- und Anschlagmittel

• richtiges Anschlagen von Lasten

• richtiges Absetzen und Lagern von Lasten

• Ablegereife von Anschlag- und Lastaufnahmemitteln


Kranbetrieb

• Einsatzmöglichkeiten und Arbeitsweise von Kranen

• Betriebsanleitung des Herstellers

• Betriebsanweisung des Betreibers

• Krankontrollbuch

• Handzeichen für Einweiser

• Kranfahrweise (z.B. Nachlaufweg des Kranes, Durchbiegung der Krankonstruktion unter Last)

• Prüfungen vor Arbeitsaufnahme

• Meldung festgestellter Mängel und Unregelmäßigkeiten

• Verhalten bei Störungen

• Koordination und Abstimmung bei Überschneidung von Arbeitsbereichen mehrerer Krane (z.B. Vorfahrtsregelung)

• zusätzliche Ausbildung für besondere Arbeitsweisen (z.B. kabellose Steuerung)

• besondere Gefährdungen bei Kranarbeiten im Freien (z.B. Verhalten bei Wind)

• Schrägzug

• Losreißen festsitzender Lasten

• Personenbeförderung

• Zusammenarbeit mehrerer Krane

• Kranprüfung (z.B. Intervalle, Prüfer)


3.3 Praktische Unterweisungen

Der Kranführer muss in der praktischen Unterweisung lernen, Krane sicher und richtig zu führen.


Die praktische Unterweisung muss umfassen:


1. Einweisung am Kran

• Erläuterung der Kranbaugruppen und ihrer Funktionen

• Kontrolle des betriebsbereiten und betriebssicheren Zustandes (z.B. Funktionsprüfung der Bremse und Nothalteinrichtungen)

• Inbetriebnahme von Kranen

• Außerbetriebnahme von Kranen (z.B. Windsicherung einlegen, Lösen der Drehwerksbremse beim Turmdrehkran)

• Maßnahmen zur Kollisionsverhinderung von Kranen (z.B. Absperrung, Bewegungsbegrenzungseinrichtungen)

• Verhalten bei Betriebsstörungen

• Rüstarbeiten bei ortsfesten Kranen.


2. Übungen mit dem Kran

• Feinfühliges Anheben und Absetzen von Lasten, stabile Schwerpunktlage beim Anheben und Absetzen von Lasten

• Gradliniges Fahren mit und ohne Last

• Zielfahren und Zielsenken nach Vorgabe

• Abfangen der pendelnden Last

• Arbeiten mit Einweiser

• Arbeiten mit Anschläger

• Dialogfahren mit allen Antrieben

• Fahren mit sperrigen Teilen

• Rüstarbeiten beim ortsveränderlichen Kran

• Maßnahmen zur Kollisionsverhinderung von Kranen

• Einsatz von Personenaufnahmemitteln

• Anschlagen von Lasten.


4.1 Nachweis der Kenntnisse und Fähigkeiten

Der Kranführer hat nach der Unterweisung seine theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten durch eine Prüfung nachzuweisen.


5. Befähigungsnachweis

Über die bestandene Prüfung wird dem Kranführer ein Befähigungsnachweis ausgestellt; siehe Anhang 2. Als Befähigungsnachweis gilt die schriftliche Bestätigung über das Erreichen des Unterweisungszieles unter Angabe der Kranarten, für die die Befähigung erworben worden ist.


6.1 Form der Beauftragung

Die Berechtigung zum Führen eines Kranes setzt eine Beauftragung durch den Unternehmer voraus. Bei ortsveränderlichen kraftbetätigten Kranen hat der Unternehmer den Kranführer schriftlich zu beauftragen; Muster für die Beauftragung zum Kranführer siehe Anhang 3.


6.2 Erfahrungsgerechte Beauftragung

Kranführer sollten grundsätzlich zunächst mit einfachen Kranarbeiten beauftragt werden. Mit zunehmender Erfahrung und nach entsprechender Bewährung können auch anspruchsvollere Kranarbeiten durchgeführt werden. Ist dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich, ist der Unterweisungsumfang zu erweitern.

DGUV Information 209-012

In der DGUV Information 209-012 ist der BG-Grundsatz „Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern“ dokumentiert. (DGUV Grundsatz 309-003) Ferner sind dort die Maßstäbe für die Auswahl geeigneter Personen und Hinweise zu deren Ausbildung (Unterweisung) geregelt, um sie zum sicheren Führen von Kranen zu befähigen.

Als Nachweis für die Befähigung und Beauftragung haben viele Betriebe einen Kranführerschein eingeführt.

Muster für einen Befähigungsnachweis und eine schriftliche Beauftragung (Bilder 2-1 und 2-2 auf den Seiten 8 und 9) sind in den Anhängen der DGUV Grundsatz 309-003 enthalten.


Sind Sie interessiert an einer Kranführerausbildung? Dann nehmen Sie am besten noch heute Kontakt mit einem unserer Fachberater auf.

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